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Baby Kreuzberg

Jan 17th 2018 @ Glockenbachwerkstatt

Munich, Germany
I Was There
Wednesday, January 17th, 2018
8:30 PM
Glockenbachwerkstatt
Munich, Germany
Marceese Trabus war bis jetzt als „Marceese“ unterwegs. Ab sofort ist der Name „Baby Kreuzberg“. Und die Musik? Mehr Rockn’n’Roll als je zuvor. Mit „Twang Twang“ schickt der weitgereiste road dog aus Berlin sein achtes Solo-Album ins Rennen. Blues, Folk, Surf, Swing, Country, dazu als Spezialzutaten ungemein abgezocktes Gitarrenspiel und leidenschaftlicher Gesang, der von ganz tief drinnen kommt. Marceese/Baby Kreuzberg schüttelt einmal kräftig und serviert 13 messerscharfe Songs zum Abtanzen, Abhängen und Abstürzen. Man hört: Hinter diesen ausgefeilten Kompositionen steckt ein geborener Songwriter, ein Großstadtcowboy mit Gitarre, der über das schreibt, was er sieht. Da darf eine Hymne über das Leben auf Tour nicht fehlen, denn on the road ist Baby Kreuzberg eigentlich immer. Klar ist auch mal Heimweh angesagt, aber unterm Strich gibt es trotzdem nichts Besseres, denn: „Every Dog Has His Day“. In „Ain´t No Texas Ranger“ besingt Marceese die Gentrifizierung seiner Heimatstadt: eine Absage an Club Mate-nippende Hipster, vor allem aber eine Liebeserklärung an Berlin. Das Ganze verpackt der Künstler in einen astreinen Country-Tune, zu dem nur noch die passende Western-Serie fehlt. „These Three Words“ lauten bei Baby Kreuzberg nicht „I love you“, sondern „please fuck off“. Zu romantischen Klängen fährt er hier genüsslich den Mittelfinger in Richtung Nazi-Szene aus. Und immer wieder gibt es kräftige Tritte in den Hintern: „She-Devil“, „#Asshole“ und „99mph“ gehen richtig ab: Das sind fies groovende Rocker, bei denen Stillstehen zum Ding der Unmöglichkeit wird. Mit Boerge Walenta am Schlagzeug und Alexander Gau am Bass hat Marceese eine exzellente Backing-Band am Start. Auf jeder Nummer swingen die drei Herren um die Wette, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Ausnahme: „Once Upon A Time“ bestreitet Marceese allein, einen Song über verflossene Liebe, der sich weigert, traurig zu sein. Dazu lässt sich der Kopf vorzüglich neben dem letzten Bier des Abends auf dem Tresen parken.