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Thursday, December 21st, 2017
9:00 PM
Record Release Show: Nicht die besten Erfahrungen mit fremdproduzierten Tonträger haben TAE in den neunziger Jahren gemacht. Deswegen hat man es jetzt selbst in die Hand genommen: die LP „TAErapy“ aufgenommen im Highline Studio in München, wurde von Tuncay Tükel (git) und Jörg Schmaus (dr) produziert. Ohne große Eile und mit der nötigen Ruhe haben sie an dem Tonträger gefeilt, der fünf neue Songs und zwei Bonustracks aus alten Tagen plus einen Remix von Anton “Rumpeln“ Kaun (the Notwist, Console) enthält. Die frühere Wut, die kompromisslose Härte wurde gemischt mit Milde und Abgeklärtheit und der Erkenntnis, dass nichts mehr neu erfunden werden muß. Die Bestandteile ihrer Musik sind die gleichen geblieben; düstere Riffs untermalen die melodramatischen, sphärischen Songs, und darüber thront wie immer die unverwechselbare Baritonstimme von Mathias „Jablonski“ Elsholz, die virtuos klangvoll zwischen Härte und Empathie wechselt. Es wurden Songs eingespielt, die rund aber hart, eingängig bis sperrig, souverän und kraftvoll erklingen. Der neue Tonträger führt uns allen vor Ohren, warum diese Band nach wie vor Kultstatus in der Szene für alternative, harte Musik geniest. Da die Band sich immer schon nicht nur musikalisch als interkulturelle Band verstand, hat sie dies nun auch musikalisch umgesetzt. Auf zwei Stücken sind orientalische Instrumente, - die Oud (orientalische Laute, Münir Beken aus Los Angeles) und die Ney (Hirtenflöte, Orient van Dark aus Istanbul) ohne folkloristischen Aufguß zu hören. Das verleiht der ganzen Platte ein musikalisch-sphärisches Import-Export Flair; ein kulturelles Statement, welches energisch auf kulturellen Austausch setzt; und das ist heute nicht nur wegen des gesellschaftlichen Rechtsrucks dringender denn nötig…