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Wednesday, December 6th, 2017
8:30 PM
Drei Typen, Gitarre, Bass, Schlagzeug. Barrenstein drücken den roten Knopf - Explosion. So kann eine Rockband mit deutschen Texten klingen? So viel Wow war lange nicht mehr. Drei Musiker, das ist die kleinste denkbare Rockband-Unit, das ist das Nirvana-Prinzip. Damit es funktioniert, muss man sich (nicht nur) live blind verstehen – und brennen wie Benzin. Barrenstein in Flammen. Klingt energetisch? Ist es auch. Wobei allerdings der Verweis auf Nirvana viel Unschärfe besitzt. Man sollte sich eher den Clip zu „Telefon“ anschauen, dann gerät man auf passendere Fährten, sieht sich erinnert an The Jam und deren Über-Klassiker „Goin‘ Underground“. Und kommt so zumindest dem Panorama etwas näher. Sänger Max muss grinsen, wenn er der notorischen Verweishuberei eines Bandinfos einen Knochen hinwerfen soll: „Barrenstein klingt... wie ein Mix aus den Kinks, Motörhead und Tocotronic“. Okay! Ein paar wenige Jahre geht das nun schon, aber jetzt wird es ernst: Hier präsentiert sich nicht der nächste deutsche Rockpop-Act, der den Hörer in seine schmale Welt aus sterilen Gitarren und Jammerlyrik einladen möchte. Diese Band hält sich an keiner Stelle auf mit Floskeln – nicht musikalisch noch in den Texten. Tim, Julius und Max wirbeln den Staub auf, den die aseptischen anderen Acts so zu fürchten scheinen. Besonders spannend wird das alles, wenn sie ihre smarten Texte selbst über so brave Kategorie wie Liebeslieder stülpen. Die klingen bei Barrenstein frisch, neu bis hin zu kantig, eben als wäre man wirklich wieder verknallt - und in heillosen Schwierigkeiten deshalb. „Als ich dich geküsst hab, hab ich’s so gemeint“, in Zeilen wie diesen offenbaren sich Leidenschaft genauso wie Abgründe, in den Songs dazu wird all die gefällige Langeweile aus den aktuellen Charts einfach ausgelöscht. Die Texte sind das Ding von Max, die Stücke bringt die Band letztlich gemeinsam in Form. Ach ja, und Max‘ Nachname lautet... Barrenstein. Doch das soll keine falschen Fährten legen, Barrenstein ist nur der klangvolle Name, den dieses Projekt, das zwischen Hamburg und Köln oszilliert, übergestreift hat - es ist kein Solo-Ding, es ist eine verdammte Band. Eine kleine Handvoll live eingespielter Songs eröffnen nun die Geschichte und ein Album wird nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen - vorher wird aber erst noch der Tourbus wund gespielt. Hier und jetzt nimmt etwas ganz Besonderes seinen Anfang.